Ausstellungen

Jüdische Geschichte und Gegenwart

 

Von 2015 bis 2020 war ich Projektleiter für die Realisierung der neuen Dauerausstellung „Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland“ des Jüdischen Museums in Berlin. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Juden in Deutschland auf über 3.600 qm und gliedert sich in fünf historische Kapitel, die von den Anfängen jüdischen Lebens in Aschkenas über die Emanzipations­bewegung der Aufklärung und deren Scheitern bis in die Gegenwart reichen. Acht thematische Inseln geben Einblicke in jüdische Kultur und Religion. Neben Original-Objekten arbeitet die Ausstellung mit einer Vielfalt an audiovisuellen Medien, Kunst-Installationen, interaktiven Spielen und Hands-On-Stationen. An der Ausstellung waren ein über 20-köpfiges Kurator*innenteam sowie zahlreiche Mediengestalter und Künstler beteiligt. Die Ausstellungsgestaltung lag bei der Arbeitsgemeinschaft chezweitz GmbH / Hella Rolfes Architekten BDA.

 

© Jüdisches Museum Berlin; Fotos: Roman März / Yves Sucksdorff

Raub und Restitution

 

Die Ausstellung „Raub und Restitution. Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute“ war eine Kooperation des Jüdischen Museums Berlin mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main. Sie zeichnete die historischen Zusammenhänge und Folgen des beispielslosen Raubzuges der Nationalsozialisten an den europäischen Juden nach. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen fünfzehn ausgewählte Fallgeschichten - einzelne Kunstwerke oder Teile größerer Sammlungen. Von 2007 bis 2009 kuratierte ich die Ausstellung (zusammen mit Inka Bertz) und koordinierte das Gesamtprojekt. Die Ausstellungsgestaltung lag bei Wandel Hoefer Lorch + Hirsch mit Marcus Kaiser, Tobias Katz.

 

© Jüdisches Museum Berlin; Fotos: Jens Ziehe

Schlaf & Traum

 

Für das Deutsche Hygiene-Museum Dresden kuratierte ich die Ausstellung „Schlaf & Traum“, die 2007 zuerst in Dresden und anschließend unter dem Titel „Sleeping and Dreaming“ in der Wellcome Collection in London zu sehen war. Die interdisziplinäre Ausstellung beschäftigte sich mit den Wechselwirkungen zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlich-kulturellen Veränderungen. Mit Arbeiten von Katharina Fritsch, Ron Mueck, Mark Wallinger und anderen setzte sie daneben einen starken Akzent auf zeitgenössiche Kunst. Gestaltet wurde die Ausstellung von Wandel Hoefer Lorsch + Hirsch mit Marcus Kaiser, Tobias Katz.

 

© Fotos: Marcus Kaiser / Tobias Katz

Dem Deutschen Volke

 

Die Inschrift „Dem Deutschen Volke“ am Berliner Reichstagsgebäude ist bekannt. Doch um ihre Geschichte wissen nur wenige. Erst 1916, mehr als zwanzig Jahre nach der Fertigstellung des Gebäudes im Jahre 1894, wurde sie an der Westfassade angebracht. Den Auftrag hierzu erhielt die Firma S. A. Loevy, eine der renommiertesten Bronzegießereien der damaligen Zeit. Die Ausstellung „Dem Deutschen Volke“ – Die Geschichte der Berliner Bronzegießer Loevy, die 2003 im Jüdischen Museum Berlin zu sehen war, verfolgte die Geschichte der Bronzegießerfamilie Loevy über vier Generationen hinweg: Ihren Aufstieg in das Bürgertum, ihre vergeblichen Versuche als gleichwertige Deutsche akzeptiert zu werden, und ihr Schicksal nach 1933, als zahlreiche Familienmitglieder verfolgt, ermordet oder in die Emigration getrieben wurden. Die Ausstellung zeigte zudem die unternehmerischen und künstlerischen Leistungen der 1855 gegründeten Firma, die mit berühmten Architekten und Designern wie Peter Behrens und Walter Gropius eng zusammengearbeitet hat. Die Ausstellung wurde von mir kuratiert, gestaltet hat sie Jan Fiebelkorn-Drasen.

 

© Jüdisches Museum Berlin; Fotos: Sönke Tollkühn

Wege nach Weimar

 

Am europäischen Kulturstadtjahr Weimar 1999 beteiligte sich der Freistaat Thüringen mit der Ausstellung „Wege nach Weimar. Auf der Suche nach der Einheit von Kunst und Politik“, die Weimar als ein Symbolort der deutschen und der europäischen Kultur und Geschichte zeigte. Die enge Verbindung der Stadt mit den Repräsentanten der deutschen Klassik, mit Goethe und Schiller, verschaffte der thüringischen Residenzstadt den Ruf, die Verkörperung eines besonderen Geistes zu sein, den man als „Geist von Weimar“ bezeichnete. Wegen dieses Rufs besaß die Stadt eine große Anziehungskraft für zahlreiche Personen, Gruppen und Bewegungen, die behaupteten, die legitimen Erben dieses Geistes zu sein. Die Stadt Weimar wurde deshalb im 20. Jahrhundert zum Schauplatz von Ereignissen, bei denen der „Geist von Weimar“ zur Begründung und Rechtfertigung politischer Programmen und politischer Ziele beschworen wurde. Der Bogen reicht von der Weimarer Nationalversammlung 1919 bis zu den Nationalsozialisten, die unter dem Schlagwort „Weimar gegen Weimar“ im Namen eben dieser Dichter und Philosophen die Republik bekämpften. Gemeinsam mit Hans Wilderotter leitete ich das Ausstellungsprojekt. Gestaltet hat die Ausstellung Klaus-Jürgen Sembach.

 

© Fotos: Mario Gastinger photographics

Das große Sterben

 

„Das große Sterben. Seuchen machen Geschichte“ wurde 1995/96 im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden gezeigt. Die Ausstellung ging der Frage nach, wie Menschen in der Vergangenheit mit epidemischen Bedrohung umgegangen sind, wie Kranke und Gesunde, Betroffene und Zeugen, Ärzte, Beamte und Politiker reagierten. Sie beschränkte sich nicht auf die Medizingeschichte, sondern bezog das ökonomische und soziale, politische und religiöse Umfeld der Epidemien in ihrer jeweiligen Epoche ein. Nicht zuletzt zeigte die Ausstellung, wie die Bedrohung, die von epidemischen Krankheiten ausging und ausgeht, in Kunstwerken verarbeitet wurde. Dargestellt wurden Pest, Cholera, Pocken, Tuberkulose und Aids. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war ich insbesondere für das Kapitel über die Cholera verantwortlich. Gestaltet hat die Ausstellung Michael Hoffer.

Walther Rathenau

 

Die Ausstellung „Die Extreme berühren sich. Walther Rathenau 1867-1922“, 1993/94 im Deutschen Historischen Museum Berlin zu sehen, beschreib in den acht Kapiteln „Die Mechanisierung der Welt“, „Das Reich der Seele“, „Höre, Israel!“, „Die neue Ära“, „Das Weltgericht tagt“, „Von kommenden Dingen“, „Dieser Feind steht rechts“ und „Das paradoxeste aller paradoxen Lebewesen des alten Deutschland“ die weit gestreckten Tätigkeitsfelder Rathenaus und seine Wirkung auf Zeitgenossen und Nachwelt. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter fielen in meine Verantwortung insbesondere die Kapitel zur Kriegs- und Nachkriegszeit sowie die Redaktion des Ausstellungskataloges. Gestaltet hat die Ausstellung Hans Dieter Schaal.

 

© Foto: Deutsches Historisches Museum

Der letzte Kaiser

 

Die Ausstellung „Der letzte Kaiser. Wilhelm II. im Exil“ beschrieb anhand der Objekte, mit denen sich  Wilhelm II. in seiner niederländischen Exilresidenz „Haus Doorn“ umgab, sein politisches und historisches Selbstverständnis, seine Fixierung auf Militär und  Marine, seine Rolle im Ersten Weltkrieg sowie sein Leben im Exil. Sie wurde 1991 zuerst im Münchner Stadtmuseum und anschließend im Deutschen Historischen Museum in Berlin gezeigt. Mit diesem Projekt, das ich noch als Student zwei Jahre begleitete, begann meine Arbeit für historische Ausstellungen. Gestaltet wurde die Ausstellung von Michael Hoffer.

 

© Foto: Wolfgang Pulfer